E-Mobilität

Ist es günstiger mit einem Elektro-Auto?

Lohnt sich der Umstieg auf Elektromobilität aus finanzieller Sicht wirklich? Eine umfassende Analyse aller Kostenfaktoren von Anschaffung bis Betrieb.

von Antal Zsolt

Die Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto wird für immer mehr Menschen in Deutschland relevant. Während die Anschaffungskosten von E-Autos noch immer höher liegen als bei vergleichbaren Verbrennern, versprechen Hersteller und Befürworter deutliche Einsparungen im laufenden Betrieb. Doch wie sieht die Realität aus?

Anschaffungskosten im Vergleich

Der erste Blick auf die Preisschilder ernüchtert viele Interessenten: Elektroautos sind in der Anschaffung deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner. Diese Preisdifferenz liegt hauptsächlich an der teuren Batterietechnologie.

Allerdings hat sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die Batteriepreise sind kontinuierlich gesunken, und durch steigende Produktionszahlen profitieren Hersteller von Skaleneffekten. Modelle wie der Dacia Spring, der MG4 oder verschiedene chinesische Hersteller bieten Elektromobilität zu erschwinglicheren Preisen an.

Stromkosten versus Benzinkosten

Der größte Kostenvorteil von Elektroautos zeigt sich im täglichen Betrieb. Ein Elektroauto verbraucht im Durchschnitt etwa 15 bis 20 kWh auf 100 Kilometer. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh ergeben sich Kosten von 4,50 bis 6 Euro pro 100 km.

Ein vergleichbarer Benziner mit einem Verbrauch von 6 Litern auf 100 km verursacht bei 1,70 Euro pro Liter Kosten von etwa 10,20 Euro. Die Ersparnis liegt also bei rund 40 bis 50 Prozent.

Hochgerechnet auf 15.000 Kilometer im Jahr spart ein E-Auto-Fahrer zwischen 600 und 900 Euro nur bei den Energiekosten.

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Wartung und Reparaturkosten

Ein oft unterschätzter Vorteil von Elektroautos liegt in den deutlich niedrigeren Wartungskosten. Es gibt keinen Ölwechsel, keine Zündkerzen, keinen Auspuff und keine Kupplung. Die Bremsanlage wird durch Rekuperation deutlich weniger beansprucht.

Allerdings gibt es auch Kostenfaktoren, die bedacht werden müssen: Reifen verschleißen aufgrund des höheren Gewichts oft schneller, und Reparaturen nach Unfällen können teurer ausfallen.

Wertverlust und Restwert

Elektroautos haben lange Zeit unter einem hohen Wertverlust gelitten. In den letzten Jahren hat sich diese Situation jedoch stabilisiert. Modelle etablierter Hersteller mit guter Batteriegarantie halten ihren Wert inzwischen besser.

Versicherung und Steuern

Elektroautos sind aktuell bis Ende 2030 von der Kfz-Steuer befreit – eine jährliche Ersparnis von mehreren hundert Euro. Für Dienstwagennutzer ergibt sich der größte steuerliche Vorteil durch die reduzierte Bemessungsgrundlage von nur 0,25 Prozent statt einem Prozent des Bruttolistenpreises.

Die Gesamtkostenrechnung

Ob ein Elektroauto günstiger ist, lässt sich nur durch eine individuelle Gesamtkostenrechnung beantworten. Für einen durchschnittlichen Vielfahrer mit 20.000 km Jahresleistung, der hauptsächlich zu Hause lädt, ergibt sich oft schon nach drei bis vier Jahren ein finanzieller Vorteil.

Besonders attraktiv ist Elektromobilität für Dienstwagenfahrer und Vielfahrer mit eigener Lademöglichkeit. Wer hingegen in einer Mietwohnung ohne Lademöglichkeit wohnt und hauptsächlich kurze Strecken fährt, sollte genau rechnen.

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